(Auflösungs-)Party von 365 Tage offensiv – Gegen Staat und Kapital

Bildschirmfoto vom 2014-10-27 17:22:05Am 22. November wird die Gruppe 365 Tage offensiv – Gegen Staat und Kapital ihre Auflösung im Infoladen [Salbke] feiern. Die Party soll um 20:00 Uhr starten. Sie soll mit musikalischer Untermalung sowie einigen spannenden Spielen und Überraschungen nicht nur ein Ende der Gruppe feiern sondern auch als finanzielle Unterstützung für die autonome Antifa KampagneBy all means necessary” zum Januar 2015 dienen.

Die Gruppe selber schreibt in ihrer Ankündigung zur Party:

Nach zwei Jahren linksradikaler Politik in Magdeburg lösen wir unsere Gruppe auf. Manche wird’s freuen. Andere werden uns vermissen. Was bleibt da groß zu sagen?

Wir wünschen uns einen schönen Abschluss mit unseren Freund_innen, Genoss_innen und Kritiker_innen. Neben einem veganen Buffet und (Soli*)Cocktails gibt’s eine Ausstellung, Tombola und einen kleinen autonomen Wettbewerb. Der Eintritt ist frei.

Im Libertären Zentrum/ Infoladen [Salbke] sollen sich Alle Menschen wohlfühlen und einen schönen Abend verleben können. Hie soll jede*r ohne Angst verschieden sein können.

Homophobe, sexistische oder sonstige menschenverachtende Scheiße begegnet uns Draußen schon den ganzen Tag. Hier drinnen hat das gar nichts zu suchen. Wer meint, sich nicht daran halten zu müssen und sein Bedürfnis andere zu erniedrigen nicht kontrollieren, geschweige denn reflektieren kann, fliegt raus. Ausreden wie „Ich wollte doch nur einen Witz machen.“ oder „Das war gar nicht so gemeint.“, können eingespart werden.

“Wir Alle einen schönen Abend haben werden.”: Meister Joda

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Veranstaltungsreihe: “Fight Capitalism (…is the crisis)”

mobi pla2katCAPITALISM IS THE CRISIS 

Im Jahr 2007 beginnt die letzte globale kapitalistische Krise. Das Platzen einer Blase am Finanzmarkt markiert den Beginn einer seit der Weltwirtschaftskrise 1929 in seiner Dimension unbekannten Entwertung, Umverteilung, Zerstörung und soziopolitischer Reorganisation der Gesellschaft von Oben, deren Ursachen in der Wirtschaftsweise selbst zu suchen sind. Die Folgen waren Bankrotte und Rettungen von Banken und Konzernen, sowie die Staatsschuldenkrise in Europa. Die folgende repressive Finanzpolitik der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank (sogenannte „Troika“), brachten nicht nur Deutschland als  Krisengewinnerin hervor. Sie organisierte eine anhaltende materielle Umverteilung gesellschaftlicher und privater Güter von Unten nach Oben und senkte damit den Lebensstandard der lohnabhängigen Klassen (v.a. in den südeuropäischen Ländern) nachhaltig.

Die soziopolitischen Strukturanpassungen der herrschenden Klassen brachten Verelendung und Verzweiflung, Armut und Abhängigkeit in steigendem Maße in die EU. Hier sieht mensch einmal „vor der eigenen Haustür“ was Kapitalismus in seiner zugespitzten und zerrüttenden Form – der Krise – bedeutet. Diese Krisen und die politischen Reaktionen darauf sind aber nichts Neues. Neu ist, dass sie in zunehmenden Maße auch die betreffen, die bisher eher zu den vom Kapitalismus profitierenden Anteilen der Weltbevölkerung gehörten.

Vom alltäglichen Horror der kapitalistischen Ökonomie ist in den Krisenerzählungen kaum noch etwas zu hören. Er bleibt ungesehen, ungehört, unverstanden und wird als „natürlich“ akzeptiert. Daher wollen wir uns dem Kapitalismus als Ganzem nähern, denn es gilt grundsätzliche Kritik am Kapitalismus selbst zu üben. Der Kapitalismus an sich bedeutet bereits Elend der Arbeitenden, Arbeitslosen und Abhängigen. Er bringt gigantische Umweltzerstörung, (rassistische) Ausgrenzung und Krieg mit sich. Er reproduziert vergeschlechtliche Arbeitsteilung und patriarchale Herrschaft. Und dann provoziert er auch noch aus sich selbst heraus rückwärtsgewandte Erklärungsmuster, Verschwörungsideologien und (strukturellen) Antisemitismus.

Doch was hat es  eigentlich auf sich mit diesem Kapitalismus, von dem nur manchmal die Rede ist, und dieser Krise, die in aller Munde liegt? Dieser Frage wollen wir uns in einer Veranstaltungsreihe nähern. In einer einführenden Veranstaltung sollen Grundbegriffe und Gedankengänge der Kritik der politischen Ökonomie – sprich der Kritik am Kapitalismus – geleistet werden. Im weiteren Verlauf soll die Krisenhaftigkeit durch die eigenen Widersprüche des Kapitalismus erklärt werden und in einer dritten Veranstaltung der Zusammenhang zwischen geschlechtlicher Arbeitsteilung, Patriarchat und Kapitalismus aufgedeckt werden. Darauf folgend widmen wir uns praktische Strategien antikapitalistischer Kämpfe und Vernetzungen im Kontext der weltweiten Krise. Abschließend laden wir zu einer Diskussionsrunde ein, um über diestrategischen Perspektive und Ziele der radikalen Linken in Magdeburg zu debattieren.

Die Veranstaltungsreihe versteht sich als Teil der bundesweiten Mobilisierung gegen die Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen der Blockupy-Proteste. Ein möglicher „Höhepunkt“ könnte eine gemeinsame Mobilisierung zu den Protesten und eine rege Auseinandersetzung zur Eröffnung der EZB in Frankfurt Ende diesen Jahres sein.

In diesem Sinne:

365 Tage in die Offensive gehen gegen Kapitalismus, Staat, Nation und Patriarchat!

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TERMINE:

29. April |18:00 Uhr |  Umsonstladen

Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie - Gruppen gegen Kapital und Nation

Wenn in der Öffentlichkeit die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch behandelt werden, dann oft durch Beklagen von Abweichung von angemessenem Verhalten, das die gute Idee der sozialen Marktwirtschaft pervertiere: Banken hätten zu viel Macht, Managerboni seien zu hoch, Politiker_innen korrupt. Würden sich alle etwas zurücknehmen und vernünftig ihren Job machen, ihren Beitrag leisten, so der Umkehrschluss, wären es hier schon ganz passable Verhältnisse. In der Veranstaltung soll dagegen gezeigt werden, dass die grundlegenden Mechnismen dieser Marktwirtschaft für die Mehrheit der Menschen ein schönes Leben prinzipiell ausschließen. Ausgehend von der simplen Tatsachen, dass man für alles, was man zum Leben braucht, einen Preis zahlen muss, man also von den Dingen des Bedarfs durch Privateigentum getrennt ist, lässt sich viel über die gesellschaftlichen Verhältnisse sagen. Das, was in der Veranstaltung gesagt wird, soll jeweils diskutiert werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
 
 

09. Mai | 18:00 Uhr | OVGU Gebäude 40 (Zschokkestraße 32)

(Krisen-)Kapitalismus –  Michael Heinrich

 

22. Mai | 18:00 Uhr | OVGU Gebäude 40 (Zschokkestraße 32)

- „Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory…“ –  e*vibes für eine emanzipatorische Praxis (Dresden)

Wie in jeder guten Telenovela ist auch die Beziehung zwischen patriarchalen Strukturen und bürgerlicher Wirtschaftsweise eine facettenreiche und durchaus wechselhafte Geschichte. Trotz ihres großen Altersunterschiedes arrangierten sie sich miteinander, teilten Arbeit und Haushalt, wuchsen aneinander – und gerade auch an ihren Differenzen. Wir werden einige Episoden anschauen und einen Blick auf ihren aktuellen Beziehungsstatus werfen. Mutmaßen wir doch zusammen: Wie geht es mit den beiden weiter? Werden feministische Bewegungen sie entzweien oder meistern sie zusammen jede Krise? Gehen sie ihren gemeinsamen Weg, bis dass der Tod sie scheidet oder ist es doch einfach eine vorübergehende Affäre? Lasst uns die Story ein wenig weiterspinnen: Wie sähe ein Happy End aus – und in wiefern haben wir überhaupt Einfluss auf das Script?

23. Mai | 18:00 Uhr | BUND (Olvenstedter Straße 10)

Krisenproteste und Strategien –  TOP B3RLIN

 

10 Juni | 19:30 Uhr | Infoladen [Salbke]

Märchenstunde “Kleine Geschichte des Kommunismus”zum Buch

 

21. Juni | 18:00 Uhr | BUND (Olvenstedter Straße 10)

Linksradikaler Fokus in Magdeburg365 Tage Offensiv – Gegen Staat und Kapital

 

 

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Vernetzungs-Plattform für linksradikale Politik in und um Magdeburg – Online(!)

postkarte2Kurzes Selbstverständnis von MD-Linksdrehend.org

Wir wollen euch hiermit kurz und bündig erklären, was es mit MD-Linksdrehend auf sich hat. Für Kritik, Fragen und Anregungen nutzt bitte die folgende Mail Adresse.

MD-linksdrehend wurde von uns – der Gruppe “365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital” – ins Leben gerufen. Wir betreiben und betreuen die Seite mit Hilfe von einigen Genoss_innen. Wir bewegen uns in der linken Szene in Magdeburg und verorten uns politisch in der außerparlamentarischen radikalen Linken. Die auf MD-Linksdrehend veröffentlichten Beiträge spiegeln nicht zwangsläufig unsere politischen Vorstellungen wider. Es findet keine inhaltliche Moderation nach unseren politischen Vorstellungen statt.

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Stellungnahme zur Rabatz Ausgabe #17

In der #17 Ausgabe (erschienen 01/14) der Stadtfeld/Magdeburger Zeitschrift “Rabatz” kommentierte die Redaktion  den von uns geschriebenen Text  “Für einen neuen Fokus linksradikaler Politik in Magdeburg”. Zu diesem Kommentar möchten wir hier Stellung beziehen.

“An alle Freund_innen linker Politik in Magdeburg!

 In der aktuellen Ausgabe der lokalen linken Zeitschrift Rabatz! findet ihr einen Text unserer Gruppe (“Für einen neuen Fokus linksradikaler Politik in Magdeburg”). Die Rabatz-Redaktion hat diesen in ihrer Einleitung zum Heft “kommentiert”, oder um genauer zu sein: durch den Dreck gezogen. Höchst polemisch wird uns die Verwendung eines Fachwortes* vorgeworfen, während in der gleichen Ausgabe ein Text mit einer halben Seite inhaltsschwerem Marx-Zitat und mit vielen marxistischen Fachausdrücken abgedruckt ist – dies halten wir für Doppelmoral. Auch der Vorwurf, dass “Manager*innen” den “Prolls” die Welt erklären wollen, ist Doppelmoral, weil sich in derselben Ausgabe zwei Texte befinden, die sowohl die Welt der Geschlechter als auch der familiären Reproduktion einer erklärenden Einordnung unterziehen.

 Wir empfinden diesen Umgang als stark unsolidarisch und sehen diese sogenannte Kommentierung als unnötige Pöbelei – die inhaltliche Kritik bleibt leider vollkommen aus. Wir wünschen uns einen anderen Umgang unter linken Gruppe in Magdeburg.

 Uns liegt viel an einer sachlichen politischen Diskussion. Deshalb laden wir alle Interessierten ein, mit uns über mögliche Perspektiven linksradikaler Politik in Magdeburg auf einer öffentlichen Veranstaltung zu diskutieren. Unseren Text dazu findet ihr online auf 365tageoffensiv.blogsport.de. Sowie der genaue Termin der Veranstaltung steht, schicken wir ihn über diesen Verteiler.

 Mit solidarischen Grüßen,

“365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital””

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[04.01.14] Antisemitismusstreit – Buchlesung und Diskussion mit: Peter Nowak

Die Gruppe 365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital lädt ein mit Peter Nowak über sein neu erschienenes Buch “Kurze Geschichte des Antisemitismusstreit der deutschen Linken” zu diskutieren. Die VeraBUCHLESUNG_PETER NOWAKnstaltung findet in der Universitätsbibliothek Otto-von-Guericke-Universität statt.

Über den Antisemitismus in der linken Bewegung ist in den letzten 20 Jahren viel geschrieben worden. Doch warum hat gerade dieses Thema eine solche Sprengkraft entwickelt, dass langjährige politische Zusammenhänge, alte politische Freundschaften und viele Wohngemeinschaften daran in die Brüche gegangen sind?  Oft sind die politischen Zusammenhänge nicht mehr bekannt, die dafür sorgten, dass diese Debatte in Deutschland einen solchen Stellenwert bekommen hat. Der Journalist Peter Nowak hat  in der edition assemblage  die  „Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte“  herausgegeben,  in der an einige bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Anderem  von Wolfgang Pohrt und Moishe Postone verfasste  Grundlagentexte zur Antisemitismusdebatte  erinnert wird,   die   erst nach 1989 in den Teilen einer Linken rezipiert wurde, die sich kritisch mit Staat und Nation auseinanderzusetzen begannen.

Auf der Veranstaltung soll auch an konkreten Beispielen aufgezeigt werden, wie sich der Fokus der Antisemitismusdebatte von der Politik in Deutschland auf den Nahen Osten verlagerte und welche politischen Implikationen damit verbunden waren.  Besonders die   Auswirkungen, die die islamistischen Anschläge vom 11.09.2001 auf die Antisemitismusdebatte hatten, soll genauer dargestellt werden.  Schließlich soll ein Vorschlag zur Versachlichung zur Diskussion gestellt werden, der an Diskussionen anknüpft, wie sie in der letzten Zeit in linken Zusammenhängen geführt wurde, die weder ein Interesse daran haben, dass sich die Antisemitismusdebatte ständig nur wiederholt, die aber auch nicht bereit sind,   bestimmte in der Auseinandersetzung mit regressiven Antizionismus und  verkürzter Kapitalismuskritik gewonnene Grundlagen aufzugeben.
Peter Nowak lebt in Berlin und arbeitet als Journalist unter Anderem für die Jungle World und das Onlinemagazin Telepolis. Texte finden sich  auf der Homepage: peter-nowak-journalist.de

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Für einen neuen Fokus linksradikaler Politik in Magdeburg – Vier Thesen und ein Vorschlag der Gruppe „365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital“

98615Im Anschluss an die Januarproteste 2013 versuchten wir als Gruppe “365 Tage Offensiv – gegen Staat und Kapital” eine weiterführende Debatte anzustoßen, die inhaltlich und praktisch “über Antifa hinaus” gehen sollte. Unter anderem veranstalteten wir zwei Antifa-Konferenzen, in welchen wir mit Freude feststellen konnten, dass viele Magdeburger Gruppen außerparlamentarische linke Politik machen. Eine breite Organisierung und Vernetzung findet unserer Wahrnehmung nach jedoch weiterhin nur anlässlich von Antifa-Events statt.

Bevor wir zu unserem konkreten Vorschlag kommen, möchten wir vier Thesen über eine radikale linke Politik in den Raum stellen:

1. Es ist sinnvoll gegen Nazis vorzugehen, wenn diese Leib und Leben von Menschen bedrohen. Nazistrukturen konsequent auseinanderzunehmen und neonazistische Kampagnen (z.Bsp. in der momentan auftretenden Form von “Bürgerinitiativen”) zu verhindern, wird uns weder der Staat, noch die sogenannte Zivilgesellschaft abnehmen. Dabei sollte das Ziel unserer Antifa-Politik jedoch der Selbstschutz bleiben – und Antifa kein Selbstzweck werden. Wenn dieser Selbstschutz zur Hauptaufgabe einer antikapitalistischen Linken wird, läuft etwas schief.

2. Demokratische Bürger_innen bekämpfen die Neonazis, nicht als Ausdruck der herrschenden Produktionsweise und radikalen Form ihrer selbst (denn Nazis radikalisieren nur die Forderungen von Bürger_innen), sondern um den Standort Magdeburg, Sachsen-Anhalt und den Ruf der Demokratie zu verteidigen. Dem „ideellen Gesamtkapitalisten“ Staat und damit der bürgerlichen Gesellschaft, ist an der Aufrechterhaltung seiner selbst gelegen. Ihm dabei zu helfen, ist falsch. Wir erkennen keinen Unterschied zwischen oppositionellen Blockierer_innen, die sich bürgerlich geben, um möglichst viele Menschen auf die Straße zu bekommen, und demokratischen Blockierer_innen, die sich oppositionell geben. Das Ergebnis ist in beiden Fällen die Verhinderung eines Naziaufmarsches, die Verteidigung des Standorts Magdeburg, Sachsen-Anhalts und der bürgerlichen Demokratie.

In der konkreten antifaschistischen Intervention muss es einen qualitativen Unterschied zwischen Linksradikalen und blockierwilligen Demokrat_innen geben, da Letztere weder Herrschaft noch die kapitalistische Totalität angreifen wollen und spätestens, wenn es daran geht konkrete revolutionäre Praxis umzusetzen, nicht zögern werden, solche Initiativen zu “blockieren”.

3. Nicht erst der Faschismus, als grundsätzlich möglich Regierungsform im Kapitalismus, macht die herrschenden Verhältnisse unzumutbar. Faschismus existiert zwar dauerhaft als Gefahr, steht aber auch in Konkurrenz zu anderen, derzeit effektiver funktionierenden Formen kapitalistisch-bürgerlicher Herrschaft. Es gibt genug Gründe, sich auch ohne die Gefahr des Faschismus gegen Kapital, Lohnarbeit, Warengesellschaft und Staat zu stellen. Diese Verhältnisse sind es, die die meisten von uns tagtäglich erniedrigen, in Betrieben ausbeuten und uns in einem dauerhaften Konkurrenzkampf zueinander stellen. Dies alles in einer Art und Weise, die uns nicht nur voneinander, sondern auch von unserer Umwelt entfremdet. Diese Verhältnisse sind konstituiert durch verschiedene kategoriale Herrschaftsmechanismen, so vor allem Wertgesetz, Rassismus und Patriarchat.

4.  Es bleibt festzuhalten, dass täglich Menschen durch die herrschende Wirtschaftsweise und die dazugehörigen Herrschafts- und Machtverhältnisse sterben. Diese Verhältnisse sind nicht als ein “plus X” zum Kapitalismus zu sehen. Patriarchat und Rassismus existierten schon vor Beginn der Selbstzweckwerdung der Wertvermehrung, des Arbeitszwangs für die Produktionsmittellosen und der unaufhörlichen Akkumulation des Geldes – sprich vor Beginn des Kapitalismus. Aber der Kapitalismus hat sich als effektiver Nährboden für die sogenannten -ismen herausgestellt. Diese sind wiederum stabilisierendes Element kapitalistischer Herrschaft. Rassismus ohne Kapitalismus zu bekämpfen kommt einer Sisyphusarbeit gleich. Kapitalismus ohne Rassismus zu bekämpfen blendet aus, dass Rassismus der Aufrechterhaltung des jetzigen Status Quo dient und auch noch in der nachkapitalistischen Gesellschaft auftreten wird, wenn wir ihn nicht jetzt bekämpfen. Zusammenfassend kann man sagen, dass es darum geht Herrschaft in allen seinen Formen, die nicht trennbar sind, zu bekämpfen.

Das heißt, dass Neonazis, die es auf Leib und Leben Anderer abgesehen haben, sich auf einem Nährboden entwickeln, welcher sich zusammenfassend als bürgerliche Produktionsweise beschreiben lässt und die oben genannten Punkte zusammenfasst. Ohne Tod und Unterdrückung sind sowohl Neonazis, als auch bürgerliche Produktionsweise nicht zu denken und auch nicht zu haben. Sie gehören untrennbar zusammen. Einen Unterschied gibt es, der auch das Phänomen, dass sich die radikale Linke immer wieder in permanenter Anti-Nazi-Arbeit verliert, zu erhellen vermag: Der Tod im Kapitalismus ist vermittelt, über Arbeit, Geld, Staat und Nation und nicht unvermittelt wie bei Neonazis durch Messer oder Pistolen. Es gilt, den Schleier der Vermittlung, der den kapitalistischen Verhältnissen innewohnt, zu lüften. Meist richten wir daher unsere Angst und unsere Wut nur auf die Neonazis, weil diese (an-) greifbar als Personen sind. Kapitalismus ist aber keine personale Herrschaft, sondern gerade eine sachliche und vermittelte Form der Herrschaft, die sich nicht einfach mit einem Regierungswechsel abschaffen lässt, sondern nur durch einen tiefgreifenden Wandel unserer gesellschaftlichen Verhaltensweisen. Unsere Wut findet ein leichtes Ziel im Neonazi, als Symbol für alles Schlechte im Bestehenden. Dabei stehen wir dann auf einmal mit den Verteidiger*innen der tödlichen Verhältnisse auf einer Seite, welche vorher noch sich weigerten eine sofortige Umverteilung lebenswichtiger Ressourcen und Produktionsmittel zuzustimmen oder grad mal wieder einem anderen Land “Demokratie” herbeibomben wollen. Es sind diese Leute, die nicht nur von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder ähnlichem am meisten profitieren, sondern auch von den Blockaden eines Neonaziaufmarsches.

Um den Fokus “über Antifa hinaus” zu konkretisieren, schlagen wir eine starke Beteiligung der Magdeburger Linken an kommenden antikapitalistischen und antimilitaristischen Kämpfen vor. Konkret bedeutet dies für uns eine Zusammenarbeit mit möglichst vielen Magdeburger Gruppen an zwei Schwerpunkten: zum einen die Beteiligung an den geplanten Aktionen des M31 Bündnisses gegen die europäische Zentralbank in Frankfurt am Main. Zum anderen die Unterstützung des “War Starts Here Camps 2014” gegen das Gefechtsübungszentrum in der Colbitz-Letzlinger Heide.

Organisieren wir eine Linke, die sich antagonistisch der bestehenden Ordnung gegenüberstellt. Eine radikale Linke, die von der Analyse über die Kritik zur konkreten Praxis arbeitet – und wieder zurück!

365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital

365tageoffensiv[at]riseup[.]net | 365tageoffensiv.org

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[31.10] Post-Antifa-Konferenz

post antifaPost-Antifa-Konferenz: “Neue Projekte brauch die Stadt!”

am 31. Oktober 2013, ab 14 Uhr im Eine Welt – Haus

Zielsetzung

Die zweite linksradikale Konferenz 2013 in Magdeburg soll wieder ein Ort des Austausches und der gruppenübergreifenden Diskussion sein. Inhaltlich wollen wir über den Tellerrand (notwendiger) antifaschistischer Intervention hinaus schauen und stellen Uns und Euch die Frage, mit welchen neuen Projekten wir eine linksradikale Praxis in Magdeburg stärken könnten. Bereits aus der ersten Antifa-Konferenz sind konkrete Projekte angeregt worden: die Wiederbelebung einer szeneübergreifenden Website (md-linksdrehend.org – geht demnächst online) und die Einführung regelmäßiger Vernetzungstreffen (welche bisher noch nicht statt finden).

So graubraun wie diese Stadt ist, so bunt ist unsere Phantasie für mögliche Projekte: eine DIY Siebdruckwerkstatt, ein linkes kollektives Café, ein Infoladen in der Innenstadt, regionale Vernetzung über Magdeburg hinaus, Verbindung antirassistischer und antifaschistischer Kämpfe, Gestaltung linker Konzerte und Subkultur, ein neues Hausprojekt… Was auch immmer ihr Euch vorstellen könnt, wir haben Lust auf die Diskussion über Perspektiven linksradikaler Organisierung und Vernetzung in Magdeburg.

Die Veranstaltung trägt den Titel “Post-Antifa-Konferenz”. Unser Ziel ist es, aus der Magdeburger Antifa-Szene heraus Projekte zu starten bzw. vorhandene Projekte zu unterstützen, welche über Antifa hinaus gehen und linksradikale Praxis in Magdeburg ausbauen.

Eure Beiträge

Wir würden uns über die Vorstellung Eurer Ideen und Pläne zukünftiger Projekte auf der Konferenz sehr freuen. Diese sollten offen für Kritik und Mitarbeit sein. Wir suchen nach neuen Ideen, die über die bestehenden Strukturen hinausgehen, Vernetzungen schaffen und neue Leute einbeziehen. Wenn möglich begründbar linksradikal. :)

Ablauf

Die Konferenz startet um 14 Uhr mit einem gemeinsamen Vernetzungsplenum, auf dem verschiedene Gruppen ihre Pläne vorstellen. In der zweiten Phase wird es die Möglichkeit geben, in kleineren Runden einige der Ideen konkreter zu besprechen. Kaffee und Kuchen werden da sein. Am frühen Abend wollen wir die Konferenz dann gemeinsam beenden. Eingeladene Gruppen Die Konferenz richtet sich sowohl an organisierte Gruppen als auch an alle Einzelpersonen, die sich engagieren oder vorhaben dies zu tun. Kommt vorbei und bringt viele Ideen mit, sucht nach Gleichgesinnten und ähnlich Begeisterten.

 

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[Solidarität] Hungerstreiks-Erklärung der Protestierenden Refugees in Bitterfeld:

Hungerstreiks-Erklärung der Protestierenden Refugees in Bitterfeld:

“1.Tag im Hungerstreikrefugee strike spende

*Wir gehen in den Hungerstreik und warum?*

Am Abend des 1. August 2013 errichteten wir (Flüchtlinge in Bitterfeld -Sachsen-Anhalt) ein Protestcamp vor der Ausländerbehörde auf dem Marktplatz der Stadt, um unsere Protest in die Öffentlichkeit zu bringen.

Wir fordern:

Anerkennung der Asylgründe und ein Bleiberecht!
Abschaffung der Residenzpflicht!
Abschaffung der Lager! Freie Wahl des Wohnortes und der Wohnung!

Das Recht zur Arbeit und Lernen (Sprache, Berufsausbildung…)

Die Anerkennungsquote in Sachsen-Anhalt ist geringe und das Asylverfahren dauert extrem lang.

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[27.08.] Veranstaltung zu Revolutionärer Organisation im Infoladen [Salbke]

skaliert flyer_27.08.Am 27. August findet im Infoladen [Salbke] ein Vortrag mit der Basisgruppe Antifaschismus Bremen“ (…ums Ganze!) statt. Dieser wird sich mir der Frage um revolutionärer Organisation auseinandersetzen und die Notwendigkeit dieser hervorheben. Im Anschluss daran lädt die Gruppe „365 Tage offensiv – gegen Staat und Kapital!“ zur Diskussion.
Dazu gibt es wie jeden Dienstag im Infoladen [Salbke] vegane KüFa. Offen ist ab 18:00 Uhr – Beginn der Veranstaltung um 18:30 Uhr. Infos dazu unter infoladen.blogsport.eu.

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Veranstaltungsreihe zum WAR STARTS HERE CAMP in Magdeburg // Juni & Juli 2013

Wir beteiliegen uns an der inhaltlichen Gestaltung des diesjährigen antimilitaristischen Camps in der Altmark (nördlich von Magdeburg) mit einer eigenen Veranstaltungsreihe.
Das  Camp selbst findet vom 21. zum 29. Juli in der Altmark statt.
Infos zum Camp unter: warstarsherecamp.org
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