Veranstaltungsreihe: „Fight Capitalism (…is the crisis)“

mobi pla2katCAPITALISM IS THE CRISIS 

Im Jahr 2007 beginnt die letzte globale kapitalistische Krise. Das Platzen einer Blase am Finanzmarkt markiert den Beginn einer seit der Weltwirtschaftskrise 1929 in seiner Dimension unbekannten Entwertung, Umverteilung, Zerstörung und soziopolitischer Reorganisation der Gesellschaft von Oben, deren Ursachen in der Wirtschaftsweise selbst zu suchen sind. Die Folgen waren Bankrotte und Rettungen von Banken und Konzernen, sowie die Staatsschuldenkrise in Europa. Die folgende repressive Finanzpolitik der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank (sogenannte „Troika“), brachten nicht nur Deutschland als  Krisengewinnerin hervor. Sie organisierte eine anhaltende materielle Umverteilung gesellschaftlicher und privater Güter von Unten nach Oben und senkte damit den Lebensstandard der lohnabhängigen Klassen (v.a. in den südeuropäischen Ländern) nachhaltig.

Die soziopolitischen Strukturanpassungen der herrschenden Klassen brachten Verelendung und Verzweiflung, Armut und Abhängigkeit in steigendem Maße in die EU. Hier sieht mensch einmal „vor der eigenen Haustür“ was Kapitalismus in seiner zugespitzten und zerrüttenden Form – der Krise – bedeutet. Diese Krisen und die politischen Reaktionen darauf sind aber nichts Neues. Neu ist, dass sie in zunehmenden Maße auch die betreffen, die bisher eher zu den vom Kapitalismus profitierenden Anteilen der Weltbevölkerung gehörten.

Vom alltäglichen Horror der kapitalistischen Ökonomie ist in den Krisenerzählungen kaum noch etwas zu hören. Er bleibt ungesehen, ungehört, unverstanden und wird als „natürlich“ akzeptiert. Daher wollen wir uns dem Kapitalismus als Ganzem nähern, denn es gilt grundsätzliche Kritik am Kapitalismus selbst zu üben. Der Kapitalismus an sich bedeutet bereits Elend der Arbeitenden, Arbeitslosen und Abhängigen. Er bringt gigantische Umweltzerstörung, (rassistische) Ausgrenzung und Krieg mit sich. Er reproduziert vergeschlechtliche Arbeitsteilung und patriarchale Herrschaft. Und dann provoziert er auch noch aus sich selbst heraus rückwärtsgewandte Erklärungsmuster, Verschwörungsideologien und (strukturellen) Antisemitismus.

Doch was hat es  eigentlich auf sich mit diesem Kapitalismus, von dem nur manchmal die Rede ist, und dieser Krise, die in aller Munde liegt? Dieser Frage wollen wir uns in einer Veranstaltungsreihe nähern. In einer einführenden Veranstaltung sollen Grundbegriffe und Gedankengänge der Kritik der politischen Ökonomie – sprich der Kritik am Kapitalismus – geleistet werden. Im weiteren Verlauf soll die Krisenhaftigkeit durch die eigenen Widersprüche des Kapitalismus erklärt werden und in einer dritten Veranstaltung der Zusammenhang zwischen geschlechtlicher Arbeitsteilung, Patriarchat und Kapitalismus aufgedeckt werden. Darauf folgend widmen wir uns praktische Strategien antikapitalistischer Kämpfe und Vernetzungen im Kontext der weltweiten Krise. Abschließend laden wir zu einer Diskussionsrunde ein, um über diestrategischen Perspektive und Ziele der radikalen Linken in Magdeburg zu debattieren.

Die Veranstaltungsreihe versteht sich als Teil der bundesweiten Mobilisierung gegen die Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen der Blockupy-Proteste. Ein möglicher „Höhepunkt“ könnte eine gemeinsame Mobilisierung zu den Protesten und eine rege Auseinandersetzung zur Eröffnung der EZB in Frankfurt Ende diesen Jahres sein.

In diesem Sinne:

365 Tage in die Offensive gehen gegen Kapitalismus, Staat, Nation und Patriarchat!

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TERMINE:

29. April |18:00 Uhr |  Umsonstladen

Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie Gruppen gegen Kapital und Nation

Wenn in der Öffentlichkeit die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch behandelt werden, dann oft durch Beklagen von Abweichung von angemessenem Verhalten, das die gute Idee der sozialen Marktwirtschaft pervertiere: Banken hätten zu viel Macht, Managerboni seien zu hoch, Politiker_innen korrupt. Würden sich alle etwas zurücknehmen und vernünftig ihren Job machen, ihren Beitrag leisten, so der Umkehrschluss, wären es hier schon ganz passable Verhältnisse. In der Veranstaltung soll dagegen gezeigt werden, dass die grundlegenden Mechnismen dieser Marktwirtschaft für die Mehrheit der Menschen ein schönes Leben prinzipiell ausschließen. Ausgehend von der simplen Tatsachen, dass man für alles, was man zum Leben braucht, einen Preis zahlen muss, man also von den Dingen des Bedarfs durch Privateigentum getrennt ist, lässt sich viel über die gesellschaftlichen Verhältnisse sagen. Das, was in der Veranstaltung gesagt wird, soll jeweils diskutiert werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
 
 

09. Mai | 18:00 Uhr | OVGU Gebäude 40 (Zschokkestraße 32)

(Krisen-)Kapitalismus –  Michael Heinrich

 

22. Mai | 18:00 Uhr | OVGU Gebäude 40 (Zschokkestraße 32)

„Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory…“ –  e*vibes für eine emanzipatorische Praxis (Dresden)

Wie in jeder guten Telenovela ist auch die Beziehung zwischen patriarchalen Strukturen und bürgerlicher Wirtschaftsweise eine facettenreiche und durchaus wechselhafte Geschichte. Trotz ihres großen Altersunterschiedes arrangierten sie sich miteinander, teilten Arbeit und Haushalt, wuchsen aneinander – und gerade auch an ihren Differenzen. Wir werden einige Episoden anschauen und einen Blick auf ihren aktuellen Beziehungsstatus werfen. Mutmaßen wir doch zusammen: Wie geht es mit den beiden weiter? Werden feministische Bewegungen sie entzweien oder meistern sie zusammen jede Krise? Gehen sie ihren gemeinsamen Weg, bis dass der Tod sie scheidet oder ist es doch einfach eine vorübergehende Affäre? Lasst uns die Story ein wenig weiterspinnen: Wie sähe ein Happy End aus – und in wiefern haben wir überhaupt Einfluss auf das Script?

23. Mai | 18:00 Uhr | BUND (Olvenstedter Straße 10)

Krisenproteste und Strategien –  TOP B3RLIN

 

10 Juni | 19:30 Uhr | Infoladen [Salbke]

Märchenstunde „Kleine Geschichte des Kommunismus“zum Buch

 

21. Juni | 18:00 Uhr | BUND (Olvenstedter Straße 10)

Linksradikaler Fokus in Magdeburg365 Tage Offensiv – Gegen Staat und Kapital

 

 

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